Besucher fragen - Die Flüsterer antworten

 

Hier liste ich mal ein paar Fragen der Besucher im Tierpark Berlin auf, die meinen Kollegen und mir über die Pelikane gestellt werden.

 

Warum liegt der Pelikan denn auf dem Boden, ist er krank?

Nein, er ist nicht krank, er ruht sich aus und fühlt sich wohl wenn er auf dem Boden liegt.

 

Der Pelikan zittert, friert das Tier oder hat es Angst?

Nein, er friert nicht und hat keine Angst. Wenn ein Pelikan zittert ist das ein Zeichen des Wohlfühlens, ist auch beim Streicheln des Vogels zu beobachten.

 

Darf ich den Pelikan auch mal streicheln?

Klar, kein Thema, kann man gerne versuchen, man muß aber damit rechnen das er darauf keine Lust hat und dies auch entsprechend zeigt. Dies kann eine Attacke mit dem Schnabel beinhalten, oder das Tier wendet sich ab und geht. Grundsätzlich gilt das man die Reaktion eines Tieres immer respektieren sollte! Der Unmut der Pelikane gegenüber manchen Besuchern äußert sich immer in der Person und dessen Handlungen und/oder der Tageslaune der Tiere.

 

Die Pelikane laufen ja hier alle frei rum, dürfen die das und warum fliegen die nicht weg?

Ja, die Pelikane dürfen sich frei im Tierpark bewegen und sind oft an den unterschiedlichsten Stellen anzutreffen. Abends kehren sie allerdings immer wieder in die Kolonie zu ihren angestammten Schlafplätzen zurück. Nein sie fliegen nicht weg, da der größte Teil der Pelikane flugunfähig ist, das heißt das die Handschwinge eines Flügels kupiert wurde, sprich in den ersten Lebenstagen ein Stück Knochen der Handschwinge abgetrennt wird. (Kommentar des Autors: In meinen Augen handelt es sich bei dieser Art um Tierquälerei!) Es gibt noch eine andere Art um das Wegfliegen zu verhindern, nämlich das regelmäßige Schneiden der Schwungfedern eines Flügels. Das tut dem Vogel nicht weh, und die Schwungfedern wachsen nach, sodaß die Flugfähigkeit erhalten bleibt.

 

Sind die Pelikane gefährlich?

Nein, sie sind eigentlich nicht gefährlich, auch wenn die Größe und der lange Schnabel mit dem Haken an der Schnabelspitze durchaus respekteinflößend wirkt. Pelikane sind zwar desöfteren sehr verspielt und neugierig, aber wenn man wie oben beschrieben respektvoll mit den Vögeln umgeht und auf Warnzeichen achtet, dann gelingt auch eine unfallfreie Begegnung. ;-)

 

 Warum hat der Pelikan den Schnabel soweit aufgemacht, hat er Hunger?

Nein hat er nicht, einerseits wird der Schnabel weit aufgemacht wenn er gähnt und sich streckt, andererseits wird auch gerne mal ein bischen damit angegeben um Besucher mit dem weit aufgerissenen Schnabel zu erschrecken. 

 

Der Pelikan spielt da mit einer Plastikflasche, verschluckt der die nicht?

Nein, er verschluckt diese Flasche nicht, sondern spielt damit und wirft sie mit dem Schnabel in die Luft und fängt sie wieder auf. Außerdem geben Plastikteile schöne knisternde Geräusche von sich. Gerne werden auch Gummi- und/oder Schaumgummiteile zum Spielen benutzt, da sich diese so schön beim Schnappen zusammendrücken lassen und unkontrolliert über den Boden hüpfen, was zusätzlich noch den Jagdinstinkt weckt. Übrigens, auch ohne Zutun der Besucher gehen die Pelikane gerne desöfteren zu den Mülleimern und schauen darin nach verwertbaren Spielsachen. ;-)

 

Darf ich dem Pelikan ein Stück Brötchen oder Brot geben? Frisst er Brot?

Nein bitte nicht! Pelikane ernähren sich ausschließlich von Fisch! Sie fressen weder brotartige Erzeugnisse, noch Kekse, Bonbons, Weingummi, Obst oder Gemüse, Käse oder Kuchen.

 

Kann man Pelikane essen?

Naja, grundsätzlich kann man ja alles essen, aber Pelikane stehen nirgendwo auf der Welt auf der Speisekarte der Menschen, noch nicht mal in Asien. ;-) Wie fast alle fischfressenden Tiere sind auch Pelikane für den Menschen zum Verzehr ungeeignet, das Fleisch soll sehr stark nach Tran schmecken.

 

Bleiben die Pelikane auch über die Wintermonate draußen in der Kolonie?

Nein, im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde sind die Pelikane nur in der Zeit von März/April bis Ende Oktober im Freien vor dem Schloss Friedrichsfelde zu sehen. Sobald der erste Frost Einzug gehalten hat, siedeln die Pelikane ins Winterquartier über. Davon sind einige Tiere im Winterhaus der Pelikane zu sehen die der Besucher auch über den Winter beobachten kann, der größte Teil der Tiere weilt allerdings fernab den Blicken der Besucher hinter den Kulissen des Tierparks. Im Zoologischen Garten Berlin sind in den Wintermonaten nur Krauskopfpelikane im Freien zu sehen, da diese Art winterhart ist und im Zoologischen Garten ein beheiztes Gewässer verfügbar ist das die Pelikane brauchen. Alle anderen Arten sind auch im Zoo im Winter hinter den Kulissen.

 

Ist der kleine Pelikan das Jungtier von dem Großen?

Nein, bei den Pelikanen unterscheidet man größere und kleinere Arten. Zu den größeren Arten zählen Brillenpelikan, Krauskopfpelikan, Rosapelikan und Nashornpelikan. Die kleineren Arten beinhalten Rotrücken-, bzw. Rötelpelikan, Fleckschnabel-, bzw. Graupelikan, Chile-Meerespelikan sowie der Östliche Meerespelikan, bzw. Florida-Braunpelikan. Gezüchtete Jungtiere sieht der Besucher nicht solange sie "klein" sind, es sei denn es gibt Pressetermine in der Vogel-Aufzuchtstation.

 

Bekommen die Rosapelikane spezielles Futter damit ihr Gefieder so rosa gefärbt ist?

Nein, sie bekommen kein spezielles Futter, mit dem Alter von 4 Jahren haben Rosapelikane ihr Gefieder komplett rosa ausgefärbt. Man kann die Umfärbung des Gefieders vom Jungtier an gut beobachten wie sich alle Körperpartien nach und nach rosa verfärben.

 

Der Pelikan hier ist so hell auf dem Rücken, ist das Gefieder von der Sonne ausgeblichen?

Nein, das Gefieder der Pelikane kann durch die Sonne nicht ausbleichen. Erstens handelt es sich um verschiedene Pelikanarten hier im Tierpark und zweitens gibt es selbst innerhalb derselben Art Unterschiede in der Gefiederfärbung. Das ist völlig normal.

 

zurück zur Navigationsseite